Angriffe auf Journalisten und Beihilfe zum Brandanschlag auf eine Asylunterkunft

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» is zum Sommer 2015 ist Aniko A. nur wegen Schwarzfahrens und einer Sachbeschädigung aufgefallen. Doch schon da muss die 23-jährige Dresdnerin tief in der braunen Szene verwurzelt gewesen sein. Am 24. Juli läuft sie in einem Tross bekannter Rechtsextremer zu einer NPD-Demo in der Bremer Straße – dem Tag, als dort die ersten Flüchtlinge in den eilig aus dem Boden gezimmerten Zelten einziehen sollten. Sie laufen mitten durch die versammelten Gegendemonstranten auf der anderen Straßenseite. Eine gezielte Provokation. Die Polizei muss das erste Mal einschreiten. Dann, gleich nach der NPD-Demo, greift Aniko A. ein ZDF-Team an, das eine ältere Teilnehmerin interviewen wollte. Die 23-Jährige geht auf die Journalisten los, schubst, schlägt mit einer Flasche auf Mikrofon und Kamera.

Am 21. August, wieder ein Freitagabend, blockiert Aniko in Heidenau mit anderen bekannten Rechtsextremisten die Bundesstraße vor der Asylunterkunft in einem umgebauten Praktiker-Baumarkt. Sie wollen die Ankunft der ersten Asylbewerber verhindern. Aniko A. wirft eine kleine Plasteflasche auf einen Fotografen und schimpft, er solle abhauen.

In der Nacht zum 7. Oktober werfen vier Täter Brandsätze auf die leer stehende Schule in der Boxberger Straße. Sie wollen verhindern, dass dort in den nächsten Tagen Flüchtlinge einziehen. Aniko A. tauscht schon am Abend des 5. Oktober mit einem der Täter Handy-Nachrichten aus, offenbar als beide dort abends an einer Demo teilnehmen. Der Mann schreibt: „Wir lassen Prohlis leuchten“ – A. antwortet unter anderem mit Sätzen wie „können es erst morgen machen“ und „morgen besser, da sind keine Bullen da“.

Aniko A. wurde am Freitag am Landgericht Dresden verurteilt – unter anderem wegen Beihilfe zu einer Brandstiftung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Sie erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die das Gericht zur Bewährung aussetzte. Außerdem muss sie 150 Arbeitsstunden leisten und zusehen, dass sie einen Job oder gar einen Ausbildungsplatz bekommt. Wenn sie in den kommenden drei Jahren gegen ihre Auflagen verstößt, wandert sie ins Gefängnis. „Wir werden sehr genau aufpassen“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Kubista.«
 
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Quelle: Sächsische Zeitung (sz-online.de) © 2017
 




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