Neonazis in Seligenstadt: Hetze unter dem Deckmantel der AfD

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Unter dem Deckmantel der AfD buhlen einige rechtsextreme Neonazis in Seligenstadt mit rassistischer Hetze und Falschmeldungen um die Gunst der Wähler. Auf Facebook. Und nur dort, denn die Öffentlichkeit scheuen die Verantwortlichen nach wie vor.

Nachdem die rassistische und rechtsextreme Facebook-Seite “Wachsamer Nachbar Seligenstadt und Umgebung” im Juli 2017 von Facebook gelöscht wurde, fanden die dort aktiven Neonazis auf der Facebook-Seite der “Hessen Depesche” kurzfristig ein neues Zuhause. Die Betreiber der “Hessen Depesche” akzeptieren auch weiterhin noch die Hetze der Neonazis und deren Nazi-Profile auf ihrer Seite.

Eine gewünschte Nähe zum “Depeschen” Netzwerk?

Kurz darauf erstellten die ehemaligen Betreiber der “Nachbarn” um Heiko T., Eberhard S. und Andreas S. eine neue Facebook Seite. Diesmal im geistigen Fahrwasser der “Hessen Depesche”, die zu diesem Zeitpunkt vom Hessischen Verfassungsschutz beobachtet wurde. Deshalb wohl auch der damals prominent verwandte Name “Seligenstadt Depesche“, wobei die Themen bis heute und auf einige Denunzierungen von Personen, nichts mit unserer Stadt zu tun haben.

Fake Profile mit Namen verstorbener Nationalsozialisten

Jedoch verstecken sich die Betreiber weiterhin hinter Fake-Accounts, die auch schon auf der “Nachbarn”-Seite in Erscheinung getreten sind und sich an Namen verstorbener Nazi-Größen und -Vorbilder orientieren. Nachfolgend eine kleine Übersicht der Facebook-Profile. Wobei die krude und kriminelle Energie erst sichtbar wird, wenn man die Auflistung der fast 50 (!) erstellten Fake-Profile anschaut, welche in einem Zeitraum von ca. 2 Jahren erstellt wurden.

  • Bubi Hartman war ein deutscher Jagdflieger und Offizier der Luftwaffe in der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
  • Georg Bochmann war ein SS-Oberführer der SS-Totenkopfverbände.
  • Herrmann-Julius Walther, eigentlich Hermann Julius Walther Rauff oder auch Walter Rauff, war maßgeblich am Einsatz von Gaswagen zur Ermordung von Juden und anderen Häftlingen aus Konzentrationslagern beteiligt.
  • Joachim Meyer-Quade war ein NSDAP Politiker und SA-Führer
  • Rufin Wolnitza war Mitglied der SA und 1932 am „politischem Totschlag“ in Potempa beteiligt.
  • Martin Faust wurde als einer der 16 getöteten Putschteilnehmer des gescheiterten Hitler-Putsches bekannt, denen Adolf Hitler den ersten Band seines Buches “Mein Kampf” widmete.
  • Wolter Plettenberg, eigentlich Wolter von Plettenberg, ist ein 1938 erschienener historischer Roman von Hans Friedrich Blunck. Er gilt als typischer Roman der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund seiner Verherrlichung einer Führerfigur und seiner Verwendbarkeit für die staatliche Propaganda.
  • Werner Beumelburg war ein deutscher Schriftsteller. Er gehörte zu den bekanntesten Autoren der Spätphase der Weimarer Republik und der NS-Zeit.

Besonders perfide und krank sind Aussagen der Accounts, die auch auf die Vergangenheit der Nazi-Schergen anspielen:

Hermann-Julius Walther (Rauff)
“Jungs, da habt Ihr wieder mal richtig Gas gegeben. Mach ich auch gern mit meinem Wagen.”

Gezielte Wahlwerbung für die AfD

Passend zum Wahlkampf orientierten sich die Beiträge nun gezielt auf eine Unterstützung der AfD. Gerne auch wieder mit überspitzten Provokationen, Falschmeldungen, rassistischer Hetze sowie Denunzierungen und Beleidigungen gegenüber Andersdenkenden und Politikern.

Wird jedoch Wahlwerbung für regionale AfD-Politiker gemacht, so zeigt sich sehr schnell wer die wirklichen Nutzer der Hetz-Seite auf Facebook sind. Denn kaum ein “Fan” aus Sachsen oder Thüringen usw. kann etwas mit dem AfD-Direktkandidaten unseres Wahlkreis 187 anfangen. Dr. Robert Rankl
Somit erhalten die Beiträge für den AfDler Dr. Robert Rankl in der Regel zwischen 2 bis 6 Likes auf Facebook.

Robert Rankl wiederum hat mit rechter und rassistischer Hetze zum Vorteil der AfD anscheinend kein Problem, was bereits sein Statement gegenüber der hessenschau vom 30.05.2017 belegt. Dort wurde er zu den Äusserungen des Heusenstammer AfD-Politikers Carsten Härle befragt, der auch gene mal einen “Genozid an den Deutschen” propagiert und auch eine gewisse Nähe zu Reichsbürgern nachgesagt wird.

Somit kann der Neonazi Heiko T. und seine Braunhemden weiterhin ungestört und anscheinend mit dem Wohlwollen der AfD entsprechende Wahlwerbung betreiben. Wobei eine Unterstützung für Carsten Härle natürlich inbegriffen ist.

Denunzierung und Bedrohung von Andersdenkenden und Flüchtlingen

Bereits mit der “Nachbarn”-Seite wurden Andersdenkende und Flüchtlinge im direkten Umkreis denunziert, beleidigt und bedroht. Fitness Klein-KrotzenburgNicht selten werden Flüchtlinge in Seligenstadt oder Gebäude fotografiert und dann öffentlich zur Schau gestellt, was in den Kommentaren mit Beleidigungen und Drohungen begleitet wird.

Jüngstes Beispiel ist ein Foto, welches von einem Fitness-Studio in Hainburg OT Klein-Krotzenburg aufgenommen wurde. Es zeigt zur Abholung bereit gestellten Sperrmüll, wobei den im angrenzenden Gebäude lebenden Asylbewerbern unterstellt wird, dass sie die Umgebung vermüllen würden. Ebenso ist es auch nicht das erste Mal, dass von diesem Fitness-Studio [1] [2] aus Fotos dieser Art aufgenommen und für rassistische Hetze auf Facebook publiziert wurden.

Die rechtsextreme Szene und Neonazis in Seligenstadt

Das in Seligenstadt eine kleine rechtsextreme Szene um den Neonazi Heiko T. besteht, haben wir bereits in einem früheren Beitrag dokumentiert. Unterstützt wird er unter anderem durch den ehemaligen AfD-Stadtverordneten Andreas S. aus Dreieich, sowie weiteren Neonazis und Mitläufern aus dem Ostkreis von Offenbach. Und das diese rechtsextreme Strömungen in Seligenstadt nicht zu unterschätzen und kein Einzelfall sind, zeigt unter anderem der Fall Maximilian T. Jedoch suhlen sich Heiko T. und seine Neonazis gerne in dem braunen Dreck anderer. Denn für mehr als billige Hetze, Drohungen und Denunziationen reicht es dann doch nicht. Und wir sorgen mit wachen Augen dafür, dass diese Neonazis hier keine Chance haben und die Geschichte sich nicht wiederholt.

Denn auch nach diesem Beitrag werden die Bedrohungen und Diffamierungen gegen Menschen in Seligenstadt, die sich in der Flüchtlingshilfe einsetzen, Redakteure der regionalen Presse oder anderer politischer Meinung sind nicht aufhören. Jedoch werden wir uns weiterhin von diesen rechtsextremen Neonazis nicht einschüchtern lassen.


 

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